Entscheiden

Ein Brückenfoto von der Nordsee von vor ein paar Tagen hat mich dazu gebracht, dieses Bild hier zu verwenden. Dafür habe ich ein sehr altes WordPressTheme abgeschaltet, eine neues installiert. Meinen Entschluss, hier weiter zu machen oder auch nicht, habe ich nicht in dieser Sekunde getroffen am Anfang des Jahres bei einem Spaziergang. Der Entschluss, hier was über das Kamelisch lernen zu erzählen, der kam gestern auf dem Fahrrad zu mir. Das fühlte sich gut an. Ich fuhr von der Arbeit nach Hause und bog in meine Straße ein. Zu Hause träumte ich vor mich hin und sah mich beim Schreiben und auch das fühlte sich gut an. Hier bin ich wieder.

Und wenn ich das jetzt hier lesen würde, dann würde ich mich fragen, was denn das „Problem“ ist, schreib doch einfach, wenn du was zu erzählen hast. Drucks doch nicht rum.

Seit 2015 habe ich mein Leben umgekrempelt in fast allen Bereichen und berichte darüber unter dem Label „Kamelisch für Anfanger*innen“.

Und das fängt so an: Ich sitze in einer Kneipe in Kreuzberg in Berlin, es ist Februar, eklig kalt und nass. Es passiert etwas Ungeheuerliches mit mir, nach dreieinhalb Jahren Beziehung fahre ich nach Hause (wieder mit dem Fahrrad) und trenne mich von meinem Partner.

Ich hatte das schon mal so gemacht, nach neuneinhalb Jahren an einem Februartag 2007.

Das Gemeinsame daran ist vielleicht, dass ich jeweils zu Ende geliebt hatte, nur in unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

Die Trennung fängt in der Kneipe an, ich redete und redete und ärgerte mich und stand auf und sagte noch zu meinen Kollegen. Ich fahre jetzt besser nach Hause und das gehört nicht hier her. Der Ausbruch meiner Gefühle ist nicht mehr rückgängig zu machen.

Das ist neu für mich. Ich bin bei mir und trotzdem außer mir. Und ich bin wütend. Erst noch selbsthässlich wütend, dann hässlich wütend und danach sehr klar und deutlich wütend und es ist das erste Mal, dass ich körperlich erlebe, wie ich diese Wut nicht einfange und in mich reinknülle; ganz im Gegenteil, sie ungestümt raus und dann ist es ruhig und angenehm.

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